"Unverinnerlicht" 

Konzept, Bühnenbild, Skulptur, Performance:  Naoko Tanaka

Musikalische Kollaboration: Luca Fogagnolo

Dramaturgische Kollaboration: Adam Czirak

Performance: Alise Michon

Technische Leitung, Bühnenbild: Thomas Lehmen

Lichtplanung, Technik: Felix Grimm

Assistenz: Finn Leon Cam, Marie Golüke

Produktionsleitung: ehrliche arbeit — freies Kulturbüro

Video-Dokumentation | Heiko Rahnenführer

 

Dauer: ca. 50 Minuten

Produktion:  Naoko Tanaka

Koproduktion: SOPHIENSÆLE (Berlin)

Gefördert durch: Senatsverwaltung für Kultur und Europa, PACT Zollverein (Essen), Kunststiftung NRW

Was befindet sich hinter, zwischen und um unsere Erinnerungen herum? Es eröffnet sich hier ein Raum, der erfüllt ist vom Unerinnerlichen. Wir geraten in Sphären von Bildern, Unsichtbarkeiten, Dingen, Emotionen und sind von Dunkelzonen umgeben, in denen die Schatten ein unermessliches Gewicht erlangen. 

Naoko Tanakas neue Arbeit lädt zum Versuch ein, sich die Gegenwart als Erinnerung vorzustellen, im Meer verlorener Bilder zu schwimmen. Ihre Licht-Choreographie führt in die „innere Außenwelt” und tastet nach den besonderen räumlichen und zeitlichen Grenzen der Vorstellung. Unerinnertes drängt sich auf, wird materiell, manifest, es formt sich zur plastischen Poesie. Wie aus der einsamen Perspektive eines Kindes betrachtet, die Welt in direkter Resonanz erlebend schwanken, schweben, kreisen die Objekte in Zuständen der Verformung und Bewegung. 

 

„Dort, wo unser Verstand nicht hinein reicht, imaginiere ich, dass alle von uns vergessenen, nicht erinnerbaren und unverinnerlichten Erfahrungen dennoch eine Gestalt finden können.”(Naoko Tanaka)

 

„...Eine Leinwand umkreist den Raum, eben jene Leinwand, die Malern sonst einen stabilen, sicheren Grund bietet. Aber ihre Leinwand tanzt. Und verändert die Sichtweisen. Wie Licht auf einer Nô-Maske dieser mal den Anschein von Freude, mal von Trauer verleiht, ist ihr Licht ein Pinsel. Es malt mit Perspektiven. Tanakas neues Stück entstand während eines Stipendiums in Japan. Bei uns werden Industrieanlagen zu Kulturstätten umgebaut. In Japan sind es Schulen, die man wegen der Bevölkerungsentwicklung zu Kunsträumen deklariert. Dort fand sie Stühle für Sechsjährige, gestaltete sie um, änderte deren Fluchtlinien. Die Schatten übersetzen die Manipulation wieder zurück in reale Stühle. Die Realität wird manipuliert, stoisch aber übersetzt das Auge alles wieder zurück ins Gewohnte. Naoko Tanaka hält dagegen, sie bewegt ihren eigenen Körper wie ein Spotlight. Sie tanzt so präzise, dass sie als Lichtträgerin stets genau den Blick erzeugen kann, der eben nicht auf ihren Körper, sondern auf unsere eigene Einbildung zurückfällt..“

- Arnd Wesemann  - TANZ /03/2015

 

Tourdaten

 

​22.&23.06.2017 // PACT Zollverein, Essen

11.&12.02.2017 // Sophiensaele, Berlin

02.12.2015 // ND’T Performing Arts Festival, Parma, Italy 

29.03.2015 / PACT Zollverein, Essen 

11.,12.,13.&14.02.2015 / SOPHIENSAELE, Berlin 

 

© 2019 Naoko Tanaka