"KOKO DOKO" 

Premiere: Okt. 2006 / La Ferme du Buisson Paris 
Dauer: ca. 60 Min.
Eine Produktion von Ludica und Kubilai Kahn Investigations

Choreografie/Tanz: Ikue Nakagawa, Frank Micheletti, Morgan Nardi
Visuelle Kunst: Naoko Tanaka
Live-Musik: Miguel Constantino (Audiopixel)

Koproduziert durch das tanzhaus nrw, Düsseldorf, und La Ferme du Buisson Paris im Rahmen des europäischen Festivals TEMPS D'IMAGES, sowie durch das Grand Theatre de la Ville de Luxembourg.
In Zusammenarbeit mit Commedia Futura, Hannover. 

Gefördert durch die Kunststiftung NRW, den Ministerpräsidenten des Landes NRW, das Kulturamt der Stadt Düsseldorf 

Koko Doko - aus dem Japanischen übersetzt so viel wie "Wo ist hier?" - stellt einen weißen Raum an den Anfang einer Momentaufnahme über Zeit, Raum und Bewegung. Angelehnt an das historische japanische Architekturprinzip von "Shindenzukuri" aus dem 12. Jahrhundert - bei dem Raumgestaltung durch bewegliche Schiebetüren und Tatamimatten flexibel gehalten wird - spielt die Tanzinstallation mit den Möglichkeiten, den Raum immer wieder anders zu gestalten und ihn immer wieder neu wahrzunehmen. "Was hier mit Bewegung, Begegnung, mit Licht und Schatten, Musik und Projektionen geschieht, liegt offen. Alles Tun ist auf der Bühne. Und doch - oder vielleicht deshalb - ist, was hier passiert, wie eine Philosophie der Kreation oder wie ein Traum vom Verschwinden, Erscheinen, Vorwärts und Rückwärts, von Farbe und Leere, Hiersein und Fortsein. Der Tanz, die Klänge, die Bilder und die Blicke erzählen Geschichten von außerhalb und innerhalb des Raums, ihre Fäden kreuzen sich wie die Linien eines Kristalls. Auch Erinnerungen sind Räume."

Tourdaten

12.03.2010; Theatre de La Licorne, Cannes/Frankreich
13. und 14. Mai 2008; D.FAB Riga/Lettland
im Rahmen des deutschen Kulturmonats in Lettland O!VACIJA
21.- 23. Februar 2008; UsineC, Montreal/Canada (Festival "Temps d Images")
13. - 15. Februar 2008; La Comedie de Clermont Ferrand/Frankreich
05. Februar 2008; Theatre Aragon; Tremblay en France/Frankreich
29. und 30. Januar 2008; Theatre du Saulcy, Metz/Frankreich
12. Mai 2007; tanzhaus nrw, Düsseldorf (Festivals"Tanz NRW 2007")
09. bis 11. November 2006; tanzhaus nrw, Düsseldorf (Festival "Temps d Images")
21. und 22. Oktober 2006; Premiere im La Ferme du Buisson, Noisiel/Frankreich (Festival "Temps d Images")
24. September 2006; Preview im Theater in der Eisfabrik, Hannover
04. bis 08. September 2006; "Open Studios" im Theater in der Eisfabrik, Hannover
(Festival "TANZtheater International")
17. August 2006; "Open Studio" im tanzhaus nrw, Düsseldorf

Presse

Den Boden unter den Füßen verlassen

Am Anfang war das Licht, von Naoko Tanaka penibel ausgerichtet auf eine über der Tanzfläche schwebende Holzkonstruktion, japanischen Bodenmatten, den Tatami, nachempfunden.
Eine Einladung, den Boden unter den Füßen zu verlassen. Konzentriert folgen rund 40 Besucher im damit ausverkauften Studio 6 des Tanzhauses NRW dem Stück „Koko Doko" (Wo ist hier?), einer Produktion der Gruppe „Ludica" (Choreografie: Morgan Nardi, Medienkunst: Naoko Tanaka) und der Kompanie Kubilai Khan Investigations im Rahmen des „Festival Temps d'Images".

Fünf Akteure bespielen die mit weißen Vorhängen neutral gestaltete Bühne - eine ideale Projektionsfläche für die Tänzer Ikue Nakagawa und Frank Micheletti (Kubilai Khan Invest.). Während Nardi und Tanaka Beamer und Licht bedienen, begleitet Miguel Constantino sensibel an Gitarre und Effektengeräten die Tanzinstallation mit zarten bis aggressiven Arrangements. Schon in den ersten Minuten wird dem Zuschauer die Entscheidung abgerungen, welchen optischen Reizen er nun folgen will. Den scheinbaren? Den realen? Anfangs auf kleine Tücher projizierte Filme wachsen auf immer größere Hintergründe und mischen sich mit von den Akteuren in diese vorproduzierten Bilder getragenen Accessoires. Sind die monumental auf der rückwärtigen Wand entstehenden Schatten das Ereignis, oder sind es die im Vordergrund Agierenden? Diese verlassen immer wieder wie hineingespült oder herausgewehet die Bühne.
Die Szenen entwickeln sich fließend, ein ins Licht gehaltenes Prisma provoziert einen offenen Szenenwechsel - es wirft das anfangs winzige Abbild von zwei Skifahrern auf. Das wird auch tänzerisch thematisiert, der Betrachter findet mühelos ins neue Bild. Spaß macht es, den dicht platzierten Denkanstößen assoziativ, nicht narrativ, zu folgen. Das spannend inszenierte Thema „Licht und Schatten" endet mit dem Einsatz einer kleinen Lampe, die Nakagawas Herz erleuchtet, bevor sich Publikum und Künstler umrahmt von Wäldern wieder finden. Ein schönes Bild - nach vielen schönen anderen.

Regina Matthes, Westdeutsche Zeitung Düsseldorf, 11.11.2006

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